- Cannabinoide: Schmerzlindernd bei Endometriose?
- Prospektive Kohortenstudie über 3 Monate mit 30 Frauen
- Vielversprechend: Weniger Schmerz und Schmerzmittel
DCP – Eine kleine prospektive Kohortenstudie über 3 Monate mit 27 Teilnehmerinnen fand, dass orales Medizinalcannabis eine Rolle als ergänzende Therapie zur Linderung von Schmerzen und weiterer Symptome der Endometriose spielen könnte. Die Ergebnisse müssen in größeren, randomisiert-kontrollierten Studien geprüft werden.
Frauen mit Endometriose, einer chronischen gynäkologischen Erkrankung, leiden häufig unter anhaltenden Schmerzen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Um die Behandlungsoptionen zu erweitern, wurden in verschiedenen Studien Cannabinoide aufgrund ihrer schmerzlindernden Eigenschaften speziell bei chronischem Schmerz als potenzielle Mittel bei Endometriose diskutiert.
Cannabinoide: Schmerzlindernd bei Endometriose?
Wissenschaftler führten nun eine prospektive Kohortenstudie über 3 Monate durch, um die Effekte standardisierter oraler Cannabis-Extrakte (Medizinalcannabis) auf Schmerz und Lebensqualität bei Frauen mit Endometriose zu untersuchen. Die Frauen erhielten Produkte mit ausgeglichenem Verhältnis von THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) zu CBD (Cannabidiol). Mittels validierter Fragebogen erfasste die Studie Schmerzintensität, Häufigkeit der Schmerzepisoden, Einsatz von schmerzlindernden Medikamenten, Fatigue, Ängste, Hinweise auf zentrale Sensitivierung, Behinderungsgrad und Lebensqualität.
Prospektive Kohortenstudie über 3 Monate mit 27 Frauen
Zur Teilnahme gewann die Studie 30 prämenopausale Frauen zwischen 18 und 45 Jahren mit bestätigter Endometriose und chronischem Unterbauchschmerz. Von diesen führten 27 Teilnehmerinnen die 3-monatige Behandlungsphase zu Ende durch. Signifikante Symptomverbesserungen konnten nach einem Monat der Behandlung festgestellt werden, mit fortlaufenden Effekten über 3 Monate. Die Schmerzintensität nahmen signifikant ab (p = 0,0004), begleitet von einer Reduktion in der Zahl von Schmerztagen und der Einnahme von Schmerzmitteln (p < 0,001). Dies umfasste sowohl nicht-steroidale Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac als auch Opioide (z. B. Tramadol, Tilidin oder Oxycodon). Im Laufe der Behandlung besserten sich zudem Fatigue (p = 0,0013), Ängste (p < 0,0001), zentrale Sensitivierung (p < 0,0001), Behinderung (p < 0,0001) und die Lebensqualität signifikant.
Die Behandlung wurde gut vertragen. Nebenwirkungen waren vorwiegend mild und vorübergehend, traten meist während der Aufdosierungsphase auf und nahmen anschließend ab.
Vielversprechend: Weniger Schmerz und Schmerzmittel
Die Autoren betonen, dass die Studie ohne Kontrolle und nur in einem Studienzentrum sowie mit kurzer Nachbeobachtungsdauer durchgeführt wurde und daher nur vorläufige Hinweise bietet, die in größeren, randomisiert-kontrollierten Studien geprüft werden müssen. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf, dass orales Medizinalcannabis eine Rolle als ergänzende Therapie zur Linderung von Schmerzen und weiterer Symptome der Endometriose spielen könnte.