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Cannabis-Studien

Medizinisches Cannabis: Schmerzlinderung bei Endometriose

Original Titel:
Cannabis-Based Medicinal Products for Endometriosis: A 2-Year Prospective Analysis From the UK Medical Cannabis Registry.

Kurz & fundiert

  • Cannabis-basierte Medikation: Potenzial bei Endometriose-Schmerzen?
  • Prospektive Beobachtungsstudie mit 101 Patientinnen
  • Medizinisches Cannabis vielversprechende Ergänzung zur Schmerzlinderung bei Endometriose

DCP Eine Behandlung mit medizinischem Cannabis ging in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit 101 Frauen mit Endometriose mit anhaltender Schmerzlinderung und besserer gesundheitsbezogener Lebensqualität nach 24 Monaten einher, bei meist milden unerwünschten Ereignissen. Die Beobachtungsdaten ohne Kontrollgruppe müssen in randomisiert-kontrollierten Studien geprüft werden.


Endometriose betrifft nach derzeitigen Schätzungen etwa jede 10. Frau im fortpflanzungsfähigen Alter. Der Behandlungserfolg kann unterschiedlich gut ausfallen. Daher kann weiterer Bedarf an Linderung der Endometriose-typischen Schmerzen bestehen. Welche Rolle dabei Cannabis-basierte Medikationen einnehmen könnten, untersuchte nun eine Beobachtungsstudie.

Cannabis-basierte Medikation: Potenzial bei Endometriose-Schmerzen?

Die Wissenschaftler analysierten Veränderungen in patientenberichteten Ergebnissen (patient-reported outcome measures, PrOM), die Menge an verschriebenen Schmerzmitteln (orale Morphin-Äquivalente) sowie das Auftreten unerwünschter Ereignisse bei Frauen, die gegen ihre Endometriose-Schmerzen medizinales Cannabis verschrieben bekamen.

Die prospektive Beobachtungsstudie umfasste Daten der UK Medical Cannabis Registry. Die Analyse schloss Frauen ab 18 Jahren mit Endometriose-Diagnose ein, die seit mindestens 2 Jahren zum Zeitpunkt der Datenerhebung (06/01/2025) im Cannabis-Register erfasst waren. Die patientenberichteten Ergebnisse wurden zu Beginn der Studie sowie nach 1, 3, 6, 12, 18 und 24 Monaten erfasst. Der Schweregrad der Schmerzen und wie stark sie die Patientinnen beeinträchtigten, ermittelte die Untersuchung mit dem Brief Pain Inventory (BPI). Die Stärke der Schmerzen wurde mittels visueller Analogskala (Schmerzlineal, VAS) erfasst. Darüber hinaus ermittelte die Studie Details zu den Schmerzen mit der Kurzform des McGill Pain Questionnaire (SF-MPQ-2), zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität mit dem EQ-5D-5L, Hinweise auf Ängste und Depression mit Hilfe des GAD-7 sowie zur Schlafqualität mittels SQS (sleep quality scale).

Prospektive Beobachtungsstudie mit 101 Patientinnen

Insgesamt wurden 101 Patientinnen analysiert. Die Autoren fanden Verbesserungen im Vergleich zum Studienbeginn im Schweregrad der und Beeinträchtigung durch die Schmerzen (BPI), im Schmerzfragebogen SF-MPQ-2 und der Schmerzintensität (VAS), der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EQ-5D-5L), bei psychischen Symptomen (GAD-7) sowie der Schlafqualität (SQS; alle p < 0,001). Die durchschnittlich verordneten Schmerzmittel (orales Morphin-Äquivalent) sank von 19,9 mg/Tag (± 17,2) zu Beginn auf 14,8 mg/Tag (± 15,9) nach 24 Monaten. Etwa jede 6. Frau (17,8 %) berichtete unerwünschte Ereignisse. Insgesamt wurden 165 solcher Ereignisse dokumentiert, von denen die Hälfte (n = 84; 50,9 %) als mild eingestuft wurden. Besonders häufig kam es zu Fatigue (n = 16; 15,8 %), Lethargie (n = 15; 14,9 %) und Kopfschmerz (n = 13; 12,9 %).

Medizinisches Cannabis vielversprechende Ergänzung zur Schmerzlinderung bei Endometriose

Die Autoren schließen, dass eine Behandlung mit medizinischem Cannabis mit anhaltenden Verbesserungen von Schmerzen, gesundheitsbezogener Lebensqualität, Schlaf und Ängsten nach 24 Monaten assoziiert war. Die Hälfte der unerwünschten Ereignisse war den Studiendaten zufolge mild. Diese Ergebnisse basieren jedoch auf Beobachtungsdaten ohne Kontrollgruppe. Randomisiert-kontrollierte Studien müssen die Sicherheit und Wirksamkeit daher gezielt prüfen.

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